Und genau diese Vokabel habe ich Montag, Dienstag und Mittwoch Abend mehrfach benutzt. 2 Stunden dauert hier eine Vorlesung, da reichen zwei bis drei pro Tag echt aus um abends aber so was von uapong zu sein. Zurück in Freiburg werde ich wahrscheinlich nach ner anderthalb Stunden-Vorlesung mit einem lauten „War’s das wirklich schon?“verwundert aufstehen.
Wie läuft so ne Vorlesung, wie läuft so ein Unitag?
Bevor es montags 7.30 AM losgeht muss man mehrere Regeln beachten:
Regel 1: Immer „Große“ Scheine
Es gibt hier einen Shuttlebus, der von ISH zu den verschiedenen Departments fährt, kostet 10 Pesewas (um die 5 Pfennig), die man allerdings leicht umgehen kann: wenn man mit einem 1 Cedi-Schein bezahlen möchte, wird man grinsend von dem Kassierer vorbeigewunken.
Regel 2: Immer zuerst nach oben schauen
Ganz wichtig beim Betreten der Vorlesungsräume ist der Blick zur Decke: funktioniert der Ventilator? Welcher Ventilator dreht am schnellsten? Schnell findet man die kühlsten Plätze, denn ohne Ventilator geht’s nich.
Also, dann geht’s auch schon los, mit den 2 Stunden habe ich ehrlich gesagt ein wenig übertrieben, denn obwohl hier noch niemand was von s.t. oder c.t. gehört hat, haben wir noch nie pünktlich angefangen. Mit meist 20 bis 30 minütiger Verspätung beginnt eine Lesung, telefonieren während der Vorlesung, ist bei Prof oder Studenten gern gesehen und kein Hindernis, die meisten Profs nutzen die Bühne und die meist ca. 200 bis 300 Zuschauer zu unterhalten, es herrscht fast immer ne Superstimmung mit großem Entertainment-Faktor und gute Witze werden gerne mit lauten Pfiffen oder Klatschen belohnt. Ein wenig fühle ich mich jedoch an meine Schulzeit erinnert, von selbstständigem Mitschreiben hat hier anscheinend noch niemand was gehört, von ner 2 Stunden Vorlesung geht gut und gerne eine Stunde mit Diktieren verloren, was anfangs echt hart war, doch es wird mittlerweile immer besser, die Lücken beim Mitschreiben immer kleiner.
Dann geht’s auch schon weiter, ne Stunde Pause (meist Ananas odern Eis), dann am Mangobaum links abbiegen, vorbei an den Aloe-Vera Pflanzen, ab ins nächste Department, ne halbe Stunde warten, dann lachen, schreiben, schreiben, schreiben, uapong!
Wenn ich nich an der Uni unterwegs bin, findet man mich zur Zeit meist auf dem Fußballplatz. Wir haben ein International Students Team organisiert und fahren Samstag ins Liberia-Flüchtlingscamp. Dort steht ein Spiel gegen das Camp-Team an, wir befürchten Schlimmstes, wir sind zwar ein recht gutes Team und haben in Dan aus Leeds echt einen guten Teammanager gefunden, doch das Camp-Team spielt in der ghanaischen Zweiten Liga, naja es geht ja auch um mehr als das Spiel, eigentlich.
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